Die Geschichte des dummen Seefahrers a.k.a. Lesetipp 2

Ein Zitat aus „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“. Eine angeblich hawaianische Geschichte. Man kann das Buch doof finden, wenn man aber in der richtigen Stimmung ist, trifft es genau den Nerv! So wie gerade bei mir. Ich weiss gar nicht, wie oft ich heute schon ein „Aha“ Erlebnis auf Grund dieser Geschichte hatte.

So fühlte ich mich lange Zeit und leider immer noch oft:

Die Geschichte des dummen Seemfahrers:

Heute erzählen wir die Geschichte
des dummen Seefahrers, der – nanu!
seine Reise nie antrat,
denn er verstand´s nicht zu packen sein Kanu.

All sein Gut lag auf dem Strand,
sollte mit auf diese Reise,
doch nicht alles war davon
nützlich auf die gleiche Weise.

Die wichtigsten tat er zur Seite,
sie wollt´er verstauen am Schluss.
Sein Surfbrett, Speer, Paddel und Hut,
für sein Abenteuer ein absolutes Muss.

Am ganzen Strand versammelten sich Leute,
sie kamen von fern und von nah
Und jeder glaube zu wissen,
was auf die Reise mitzunehmen war.

Nimm dies, nimm das und jenes noch,
so beschied ihm manch einer;
zur See gefahren, ins Wasser gestochen,
war von Ihnen noch keiner.

Nimm dies, nimm das und jenes noch,
so riefen ihm andere zu,
die ihr Leben lang nur träumten,
von Abenteuern und viel Spass dazu.

Sie riefen und riefen bald stundenlang
und hörten gar nicht mehr auf.
Der dumme Seemann, er mühte sich,
und hörte tatsächlich darauf.

Er packte das Kanu, er füllte es an,
wohl hundert Mal einen Platz er fand.
Doch stets wenn meinte, fertig zu sein
stand das Wichtigste noch immer am Strand.

Nimm dies, nimm das und jenes noch,
riefen die Leute in einem fort.
Nimm dies, nimm das und jenes noch,
ihre Stimmen erfüllten den Ort.

Der Seemann sprach ganz unbeirrt,
das Wichtigste nahm ich am Schluss,
die Zeit verging und immer noch,
sass er fest mit grossem Verdruss.

Wie mach ich´s nur, wie tue ich´s bloß,
er plagte sich so sehr.
Doch immer noch packte er nicht ins Boot,
was er dringend brauchte auf dem Meer.

Die Tage und Wochen, sie gingen dahin,
die Regensaison hat schon fast begonnen,
und als dann der erste Tropfen kam,
war die Zeit zur Abfahrt verronnen.

Es regnete hinab, viele Tage lang,
und Donner gesellte sich dazu.
So gab der Mann seinen Traum endlich auf,
und verließ sein großes Kanu.

Die große Lehrer verstand er nicht,
die jeder von uns sollte bewahr´n:
Das Wichtigste pack zuerst ins Boot,
sonst kannst du nicht in die Ferne fahre.

Drum denkt an die Geschichte
vom Seemann, der zu dumm war dazu,
nie ging er auf Reisen,
denn er verstand nicht zu beladen sein schönstes Kanu.

Was das Wichtigste im Leben,
pack zuerst in das Kanu
sonst habt ihr ein Leben voller Dinge,
aber keine erfüllenden Abenteuer dazu.

Jeder sagt dir, was du zu tun hast. Besonders gerne Leute, die keine Ahnung von deinem Bereich haben. Du weißt doch am Besten, was in deinem Bereich wichtig ist. Entscheide und handle danach. Das bedeutet nicht, dass du alles alleine wissen musst und dir keine Partner zur Seite holen darfst. Aber auf die breite Masse zu hören und es ihr recht zu machen, funktioniert einfach nicht.

Und der folgende Fall wird schlicht nicht eintreffen:

Wenn ich alle Aufgaben erledigt hätte – so dachte ich – wäre ich schließlich frei. … Ich denke stets, wen ich etwas länger arbeite, mir Arbeit mit nach Hause nehme, an den Wochenende ins Büro gehe … dass ich dann irgendwann alles erledigt haben und frei sein werde. Aber dazu kommt es nie.

So ist es, frei sein um zu tun, was man für Wichtig hält. Was man für Wichtig erachtet, muss als Erstes getan werden.

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